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Muriel Leuenberger schliesst Promotion ab

M. Leuenberger

Herzliche Gratulation an Muriel Leuenberger, die im Juni 2021 ihr Doktoratsexamen im Fach Philosophie bestanden hat! Die Gutachter und Betreuer waren Prof. Dr. Markus Wild und Prof. Dr. Marya Schechtman (University of Illinois at Chicago). Der Titel der Dissertation lautet: «Authenticity, Narrative, and Neural Intervention».

In ihrer Dissertation hat sich Muriel Leuenberger der Frage gewidmet, ob man authentisch sein oder werden kann, wenn man im Gehirn interveniert, beispielsweise mittels Psychopharmaka oder einem Implantat. Im ersten Teil der Arbeit wird untersucht, was Authentizität bedeutet. Dieser umfasst eine historische Analyse mittels einer Genealogie essentialistischer Authentizität, eine neue Unterscheidung innerhalb der Definitionen von Authentizität sowie die Erarbeitung eines eigenen, narrativen Ansatzes der Authentizität. Im zweiten Teil der Dissertation wird untersucht, wie verschiedene Formen neuronaler Intervention, von Tiefenhirnstimulation über verschiedene Psychopharmaka bis hin zu Gedächtnismodifikationen, die narrative Authentizität und Identität beeinflussen können. Es hat sich gezeigt, dass die spezifischen Wirkmechanismen neuronaler Interventionen einen erheblichen Einfluss darauf haben, inwiefern Authentizität gefördert oder verhindert wird. Ob neuronale Interventionen zu mehr oder weniger Authentizität führen hängt beispielsweise von der Geschwindigkeit ihrer Wirkung ab, von der Transparenz der involvierten Kausalkette oder davon wie sehr der Patient in den Prozess involviert ist.

Muriel Leuenberger wird im Anschluss für ein zweijähriges postdoc Projekt an die University of Oxford gehen, um zu untersuchen, wie Neuroimaging und digitale Technologien unsere Identität beeinflussen.