Karsten Engel
Assistent / Doktorand
Karsten Engel
Philosophisch-Historische Fakultät
Departement Künste, Medien, Philosophie
Fachbereich Philosophie

Assistent / Doktorand

Philosophisches Seminar
Steinengraben 5
4051 Basel
Schweiz

karsten.engel@clutterunibas.ch

Vita

Ich habe von 2013 bis 2019 die Fächer Philosophie, Neurowissenschaft, Kognitionswissenschaft, Geschichte und Linguistik in Magdeburg, Göttingen, Bern und Basel studiert. Während meines Studiums und der Exposéphase für das Doktorat wurde ich von der Studienstiftung des deutschen Volkes e.V. unterstützt. Derzeit bin ich Assistent im vom SNF geförderten Projekt „Das Logikverständnis bei Magnus Hundt. Eine Untersuchung zum Thomismus am Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit.“

Meine Interessenschwerpunkte liegen in den Bereichen Philosophie- und Wissenschaftsgeschichte im Allgemeinen und der Logik- und Universitätsgeschichte im Besonderen.

Mich interessieren vor allem Fragen nach Kontinuitäten und Brüchen in der Entwicklung der Logik, wobei ich mir bislang zwei paradigmatische Fälle genauer angeschaut habe, nämlich zum einen die geradezu radikale Neuerung im Nachdenken über Axiomatisierung um 1900, die sich im Briefwechsel zwischen Gottlob Frege und David Hilbert widerspiegelt. Zum anderen habe ich in meiner Masterarbeit die Veränderungen des Logikverständnisses am Epochenumbruch zwischen Mittelalter und Neuzeit untersucht und dafür die Rolle der mentalen Sprache in der scholastischen (Wilhelm von Ockham) und humanistischen (Rudolph Agricola) Tradition genauer beleuchtet.

Mein gegenwärtiges Projekt für das Doktorat geht in eine thematisch verwandte Richtung.

Doktoratsprojekt

Thomistische Logik an der Leipziger Universität: Magnus Hundt († 1519) (Arbeitstitel)

Während meines Doktorats setze ich mich mit dem Logikverständnis Magnus Hundts (1449-1519), eines wichtigen Thomisten des ausgehenden 15. und beginnenden 16. Jahrhunderts auseinander. Dessen Compendium totius logicae ist ein Lehrbuch, geschrieben für zeitgenössische Studenten an der Universität Leipzig. Dieses Buch steht im Zentrum meiner Arbeiten zu der Frage, wie sich Logik und Thomismus am Umbruch zwischen Mittelalter und Neuzeit entwickelt haben. Hundt stellt eine Logik darin vor, die zum einen für die spätmittelalterliche Scholastik paradigmatisch ist, aber deren Natur, Nutzen und Gegenstand vor dem Hintergrund von Hundts Menschenbild den Weg in Richtung Neuzeit weist. Neben anderen Themen des Kompendiums beschäftigt mich vor allem dieses Spannungsverhältnis.

Publikationen

Engel, Karsten (Hg.), Von Schildkröten und Lügnern. Paradoxien und Antinomien in den Wissenschaften, Mentis, Münster 2017.

Engel, Karsten (Hg.), Wissenschaft in Korrespondenzen. Göttinger Wissensgeschichte in Briefen, Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019.

Engel, Karsten, Freges Briefwechsel mit Hilbert. Ausdruck eines mathematikphilosophischen Umbruchs, oder: Wie man eine wissenschaftliche Debatte entfacht, in: Wissenschaft in Korrespondenzen. Göttinger Wissensgeschichte in Briefen, hrsg. von dems., Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2019.