Kongress der Schweizerischen Philosophischen Gesellschaft 2021

Wissen - Macht - Handeln

Die Beziehung zwischen den drei Begriffen "Wissen", "Macht" und "Handeln" kann auf verschiedene Weise artikuliert werden. Die Philosophie selbst hat nie aufgehört, nach der Interdependenz dieser drei Phänomene zu fragen. Geboren mit der Absicht, der Instanz des Wissens Konsistenz zu verleihen und ihren Eigenwert zu bekräftigen, hat die Philosophie seit der Antike immer wieder versucht, sich selbst auch in Bezug auf die Praxis zu denken. Dabei widmete sie sich solchen Fragen
wie: Welche Rolle spielt das philosophische Denken bei der Definition und Lenkung von ethischem und politischem Handeln? Welche Rolle spielt sie im Lebens des Menschen, bei der Ausrichtung seines täglichen Verhaltens, bei der Begründung seiner "Lebensweise"? 
Das Verhältnis von "Wissen", "Macht" und "Handeln" betrifft viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens und der individuellen Existenz. Denken wir zum Beispiel an die Politik, das Gesundheitswesen oder die Bildung: Welches Wissen wird durch und für Machtkonstellationen genutzt? Wo in der klinischen Praxis ist der Schnittpunkt zwischen "wissen müssen" und "nicht wissen wollen"? Wie lehrt man "handeln zu können"? 
In all diesen Bereichen kann die Philosophie eine sorgfältige Reflexion über die drei Begriffe begleiten, mit dem Ziel mehr zu erfahren: über das Wissen in seinen verschiedenen Formen (theoretisches Wissen und praktisches Wissen, universelles Wissen und Wissen des Einzelnen, rationales Wissen und sinnliches Wissen); über die Macht als Fähigkeit zu handeln und Wirkungen zu erzeugen oder auch als Autorität und Herrschaft; über das Handeln in seinen vielfältigen Implikationen, vorallem auch über die in ihr immer liegende Verantwortung gegenüber dem Anderen.
Der Kongress zielt darauf ab, durch die Vermittlung philosophischer Instrumente unterschiedliche Sichtweisen auf diese drei Begriffe – die im Laufe der Geschichte und der Denkströmungen verschieden verstanden, dekliniert und miteinander verwoben wurden – in einen Dialog zu bringen, um die Gegenwart besser auszuleuchten.


Philosophische Gesellschaft


Philosophische Gespräche im HS 2020

Anstelle der traditionellen Vorträge bietet die Philosophische Gesellschaft Basel im Herbstsemester 2020 sieben «Philosophische Gespräche» zu neuen, frischen oder im Entstehen begriffenen Büchern von Philosoph*innen an, die in Basel tätig sind oder tätig waren.

Die Gespräche mit den Autor*innen dauern ca. 35 Minuten. Sie finden diese Gespräche als Podcast auf dieser Webseite verlinkt (s. die Liste der Gespräche unten). Die Gespräche haben einen ganz ähnlichen Aufbau. Am Ende der Gespräche kommen wir jedes Mal auf die aktuelle Corona-Situation zu sprechen und versuchen sie aus einer neuen Perspektive zu beleuchten.

Wir wünschen Ihnen gutes Nachdenken vor dem Hintergrund dieser Gespräche. Und natürlich freue ich mich, wenn Sie Rückmeldungen, Kommentare und Kritiken zu diesen Gesprächen haben.

Basel, im November 2020

Prof. Dr. Markus Wild (Präsident der Philosophischen Gesellschaft Basel)


Illustrationen:
Pierre-August Renoir «La Conversation» (1878) (National Museum Stockholm)
Arnold B. Lakhovsky «Die Unterhaltung» (1935) (Privatbesitz)
Félix Vallotton «Sur la plage» (1899) (Privatbesitz)


Zweck der Philosophischen Gesellschaft
Die Philosophische Gesellschaft Basel ist zum Zwecke der Pflege der Philosophie und des philosophischen Gedankenaustausches gegründet worden. Sie gehört, als eine ihrer kantonalen Sektionen, der Schweizerischen Philosophischen Gesellschaft an. Sie veranstaltet Vorträge und Symposien nicht nur zu klassischen Themen der Philosophie, sondern auch zu gegenwartsbezogenen Fragen.

Beitritt
Die Mitgliedschaft steht allen philosophisch Interessierten offen. Der Jahresbeitrag beträgt derzeit CHF 50.00 bzw. CHF 15.00 für Studierende. Mitglieder erhalten zu allen Vorträgen eine briefliche oder elektronische Einladung, sie können an der jährlichen Generalversammlung teilnehmen und sie gehören automatisch auch der Schweizerischen Philosophischen Gesellschaft an.

Falls Sie der Philosophischen Gesellschaft Basel beitreten möchten, laden Sie bitte das Beitrittsformular herunter, füllen es aus und senden es ein.

Vorstand

PräsidentProf. Dr. Markus Wild
KassierLukas Hilgert
RevisionNadja Heller, Michael O'Leary
BeiratProf. Dr. Emil Angehrn, Prof. Dr. Anton Hügli, Prof. Dr. Angelika Krebs, Dr. Wolfram Gobsch, Prof. Dr. Brigitte Hilmer,                Prof. Dr. Katrin Meyer, Mario Schärli, Dominik Renner
SekretariatSimone Chambers

Philosophisches Seminar
Philosophische Gesellschaft Basel
Steinengraben 5
4051 Basel

Tel: 061 207 27 03